Die Katze der Pharaos

Die Katze hält Einzug in Ägypten

Die Nachfahren der heutigen Katze gehen wohl alle auf die afrikanische Falbkatze zurück
(Felis silvestris lybica).  Als einzige der großen Feliden-Familie ist sie diejenige, die sich mit dem Menschen organisierte und fortan den großen Schritt unternahm in den Häusern der Menschen zu leben.

Bis zur Mitte des dritten Jahrtausends vor Christi wurden ihre Lebensumstände einer
großer Veränderung unterworfen. Der Mensch entdeckte die Katze als verehrungswürdiges
ja sogar göttliches Tier.

Es waren die alten Ägypter die sich der Katze als Kult - und Hoftier der Pharaonen annahmen. Die Katze wurde anstatt der damals gefährlicheren Löwen für die Zwecke als Gottheit der katzenhaften Göttin Basted eingesetzt. Sicher gab es im Umgang mit den Löwen bei den Ägyptern oftmals tödliche Unfälle. Die afrikanische Wildkatze war weniger gefährlich aber sie mußte erst langsam an das Leben mit dem Menschen geführt und gewöhnt werden

Die nachfolgenden Katzengenerationen die schon bei den Ägyptern aufwuchsen wurden
nach und nach zahmer und ließen sich auf die neuen willkommenen Futterquellen und Zärtlichkeiten gerne ein. Die Ägypter bewunderten die Katze in ihrer eigenen
Vollkommenheit und Schönheit. Ihre anmutige Eleganz wurde so dem Menschen
nahe gebracht.

Auch waren sie dankbar,  räumte sie doch in den Kornspeichern mit den Mäusen auf.
Da Katzen miauen, gaben die Ägypter ihnen den Namen "Mau". Eine sehr einfache
und logische Namensgebung. Sie eroberte schnell die Herzen der umliegenden
Bevölkerung und durch ihre interessanten und aktiven Verhaltensweisen war sie ein Tier,
dass dem Menschen bisher vorenthalten war.

 Die Katze hatte den Löwen abgelöst und so Einzug in Ägypten gehalten.

Die "Katzengöttin" Bastet




Quelle: Wikipedia



Diese schöne Göttin symbolisierte Licht, Wärme und Sonnenkraft. Da die Katze gemeinhin
eine nachtaktive Jägerin ist wurde sie zudem als Mondgöttin verehrt. Die Katze war ja auch
ein sehr fruchtbares Tier und die Eigenschaft wurde gleichfalls in die Liste der besonderen göttlichen und verehrungsvollen Vorzüge hinzugefügt.

Die Katze galt zudem als Hüterin über die Fruchtbarkeit von Mensch und Tier, als Heilerin von Krankheiten und als Beschützerin der Seelen der Verstorbenen. Somit war erklärt, warum die Gesetze der Pharaonen die Katzen bedingungslos schützen.

 Wer eine Katze tötete. mußte mit der Todesstrafe rechnen. Das Leben eines einfachen Ägypters war wesentlich niedriger anzusehen als die Reinkarnationen der ägyptischen
Gottheit Basted. Ein römischer Würdenträger, der in Ägypten ungewollt eine Katze tötete, entging nur knapp der Lynchjustiz der aufgebrachten Bevölkerung von Ägypten. Katzen
starben damals meist nur eines natürlichen Todes und erhielten einer Gottheit würdiges "Staatsbegräbnis".

Wehe dem Unglücklichen, der unbeabsichtigt ein Tier verletzte oder es sogar tötete. Dieser konnte sich einer gnadenlosen Bestrafung der höheren Würdenträger durch den Scharfrichter unterordnen. Sein Leben war verwirkt und nur durch eine Aufklärung der Umstände unter welcher die Katze zu Tode gekommen war mochte eine derartige Strafe verhindern, wenn die Unschuld des "Täters" festgestellt werden konnte.


Die Reise nach Europa


Wie kamen aber nun die Katzen nach Europa und verbreiteteten sich dort?

Für lange Zeit gab es den Iltis als Ratten - und Mäusejäger. Der Iltis wurde damals vom Menschen zur Bekämpfung der Ratten - und Mäuseplagen in Europa eingesetzt aber es war nicht einfach ihn zu halten und zudem stank er noch und wurde deshalb auch "Stänker" genannt.

 Nun waren es die Griechen, die damals mit den handeltreibenden Ägypter die Katze als sauberes, edles und anmutiges Tier kennen lernten. Die Griechen erkannten vielleicht das Potenzial der Katze aber sie wollten diese schönen Tiere besitzen und daher versuchten sie einiger dieser Katzen den Ägytern zu entlocken. Die Ägypter wollten ihr göttliches Tier keineswegs den Griechen verkaufen und so ersannen die alten Griechen einen Plan um
an die wertvollen Tiere zu kommen. Sie stahlen schlichtweg einige der Katzenpaare und schmuggelten sie auf ihre Schiffe. Nach Überlieferungen waren es mindestens 6 Katzenpaare die dafür benötigt wurden. Vermutlich waren es aber wesentlich mehr. In Griechenland angekommen, wurden bald die ersten Jungtiere geboren und die Reise nach Europa
war somit vollends geglückt.

Die geschäftstüchtigen Griechen nutzen die damaligen Ratten und Mäuseplagen um ihre
Tiere an andere europäische Völker zu verkaufen. Dazu gehörten die Gallier, Römer
und andere Völker.

 Nun konnte sich die Katze langsam in ganz Europa etablieren und ausbreiten. Bei der Bekämpfung der Mäuse und Rattenplagen leistete die Katze unschätzbare Dienste und
wurde immer beliebter. Als Beutejäger wurde sie hoch geschätzt und wegen ihrer
Anmut und Schönheit verehrt und geliebt. Als die Katze sich erkenntlich zeigte und die Liebkosungen des Menschen erwiderte waren die noch vorhanden Bedenken der Menschen ausgeräumt und nun wurde die Katze mehr und mehr akzeptiert.

Römische Gelehrte und Schreiber beschrieben jetzt die Katze mit ihren vielen Vorteilen
und die Unabhängigkeit der Katze mußte sicher auch die Römer beeindruckt haben.
Die Römer machten die Katze sogar zu einem Freiheitssymbol. Fortan begann der
Feldzug der Katze und ihre Bekannheit nahm große Formen an.


Die Reise nach Asien


Eine Anhängerin der Buddhisten


Da zwischen Asien und Europa recht gute Handelsbeziehungen bestanden, wurde die Katze gegen Seide eingetauscht und kam so nach China. Sie hatte auch dort Erfolg. Ihrer Schönheit wegen wurde sie nicht nur als Mäusevertilgerin geschätzt, sondern gleichfalls zu einem
Symbol von Friede, Reichtum und glücklichem Familienleben gemacht.So wurde sie fast als Statussymbol gesehen. Noch heute werden an gewissen heiligen Stätten Asiens der Katze außerordentliche, mystische, göttliche und magische Kräfte zugeschrieben. Die verstorbene Katze soll ihre Seele im Jenseits angeblich bei Buddha für ihren noch im Diesseits weilenden Besitzer Fürsprache einlegen.


Aus alten Relikten zeugen noch heute kleine Tonfiguren asiatischer Katzen von der Hochachtung, die diese Tiere erhielten. Hinter den Aussparungen und leeren Augenhöhlen dieser Figuren wurden sogar kleine Öllämpchen angezündet, um ihre Feindinnen wie etwa Mäuse und Ratten glauben zu machen, ihre Augen seien wach und würden gleich zuschlagen.


Eine weitere Fähigkeit der Katzen wurde in weiteren Darstellungen verewigt. Da die Katzen
im Dunkeln sehen können, schrieb man ihr auch die Fähigkeit zu, die bösen Geister fernzuhalten, von denen man glaubte, sie trieben vor allem nachts ihr Unwesen. Die uralte Kultur der Asiaten mystifizierte die Katze zu einer wundersamen Erscheinung und ihr
Ansehen stieg in dieser noch fremden Welt weiterhin an. Aus diesem Grunde schmücken oft Katzendarstellungen die Wände asiatischer Wohnstätten.


Die Berührung mit der Zivilisation brachte der Katze während einiger Jahrtausende nur
Vorteile. Doch da die Gunst der Menschen unbeständig ist, begannen nach einer langen
Zeit der gegenseitigen Liebe für die Katzen dramatische Jahre, die nicht totgeschwiegen werden dürfen.

Der Kirche war die Verehrung der Katzen ein Dorn im Auge. Die Katze war zusehr dem Heldentum zugeordnet. Allerdings verfolgte die Kirche sie nicht zu jeder Zeit. Sankt Patrick,
der Apostel Irlands, der im fünften Jahrhundert lebte und Pabst Gregor der Große (540- 604) waren große Katzenfreunde und hielten selbst mehrere Tiere. Die Klöster waren die ersten christlichen Institutionen, die aus dem Jagdinstinkt der Katzen Nutzen zogen. Mit der Katzenzucht befaßten sich besonders keltische Mönche. Außerdem ist das Gedicht eines irischen Priesters überliefert, dass dieser seinem Kater widmete, seinem treuen Freund.


Zu Beginn des Mittelalters war die Katze noch geduldet und von vielen Menschen auch beschützt und geliebt. Wie überall wo es Ställe und Speicher gab, bewunderte man ihr
Geschick als Mäusejägerin.. Sie stieg in der Achtung der Bevölkerung noch mehr, als Scharen von Hausratten, Getreide und Früchte fressend das Land überzogen. Diese waren von Osten kommend vom Ende des elften Jahrhunderts an als blinde Passagiere in den Stauräumen der Schiffe nach Europa gelangt. Man erkannte bald, dass der Kampf gegen sie mit nur einem
Heer jagender Katzen zu gewinnen war.


Doch gerade im Mittelalter, als die verheerende Rattenplage nur durch großangelegte Vertilgungsaktionen hätte gemeistert werden können, begann man die Katze als Verkörperung von bösen Hexen zu verschreien. Das Tier, das im alten Ägypten zur Gottheit erhoben worden war, wurde nun verstoßen und zum Dämon abgestempelt. Die Anfeindungen begannen Mitte des dreizehnten Jahrhunderts. Es scheint als, dass der wiedererwachte Kult um die
heidnische Fruchtbarkeitsgöttin Freya sie heraufbeschwor.

Der gnadenlosen Härte der Inquisition entsprechend, rief die Kirche im Kampf gegen die Katzengottheit zur bedingslosen Verfolgung des Tieres auf. In der Bibel wurde die Katze nie erwähnt und so fand die irrationale Verdammung beim fanatisierten Volk offene Ohren. Auch der Adel verfiel dem Aberglauben und die arme Katze wurde als Verursacher allen Übels verfemt.


Die Grausamkeiten im Gefolge des von der Kirche, aber auch von Herrschern und Adeligen verbreiteten Irrglaubens dauerten einige Jahrhunderte an. König Ludwig XIV. von Frankreich ließ schließlich die scheußlichen Zeremonien auf den öffentlichen Plätzen verbieten, doch erst nach der Französischen Revolution wurden sie von nahezu allen als Auswüchse eines
dummen Volkes verurteilt.


Die wissenschaftlichen Endeckungen Louis Pasteuers brachten Mitte des neunzehnten Jahrhunderts einen endgültigen Umschwung zu Gunsten der Katze. Krankheiten und ihre Übertragung - durch Mikroben, und nicht durch Hexen - wurden erklärbar, und die Katze, die sich an die zwanzigmal am Tag wäscht, als Muster an Reinlichkeit hingestellt. Wenn die Katze auch heute noch oft als Unglücksbringerin verschrien wird - es gibt eine Menge
diesbezüglicher Sprichwörter - , ist dies ein Überbleibsel der Ängste und des Aberglaubens vergangener Jahrhunderte.


Die Reise über den Ozean


Die Geschichte der Katze und ihre Reise nach Amerika beginnt etwa 500 - 600 v.Chr. Natürlich waren es wieder die Schiffahrt, die es der Katze ermöglichte sich in der der damaligen neuen Welt zu etablieren und sich schnell an die hiesigen Bedingungen anzupassen.

Wie alles was die Katze in ihrer Verbreitung beeinflußte und half sich in ihrer Art zu
vermehren und anzusiedeln, glich einem der größten Abenteuer. Die Wikinger und auch die Chinesen waren wahrscheinlich die ersten Verbreiter früherer Katzenpaare. Ob sie damals schon in ausreichender Anzahl vorhanden waren um Nachkommenschaften auf dem neuen Festland zu schaffen gilt als eher unwahrscheinlich. Für eine nennenswerte Verbreitung
waren es sicher zu wenige der vorhandenen Katzen. Dazu war eine größere genetische
Vielfalt notwendig.


Die große Anpassungsfähigkeit, ihre Fruchtbarkeit und die wache Intelligenz verhalf der Katze dann schnell zu ihrer Ausbreitung auf dem neuen Kontinent.

Im Süd- und Mittelamerikanischen Raum gab es natürlich schon damals Unterarten und Verwandte der Hauskatze. Die eingeführten Katzen paarten sich mit den Unterarten und
mischte so "neues Blut" in die hiesigen Populationen.

Zu einer gesicherten Artverbreitung kam es erst sehr langsam durch die immer neuen Katzen der Handels - und Siedlerschiffe. Von einer bewußten Ansiedlung der Katzen durch den Menschen kann man sicher gar nicht reden. Damals gab es für diese Siedler nur das neue Leben in einer unbekannten Welt zu bewältigen. Die Katze wurde in erster Linie als
Nutztier für das Bekämpfen von Ratten und Mäusen auf den Schiffen und Kolonien eingesetzt. Danach wurde die Katze auch gerne als Haustier und Schoßtier wahrgenommen. Die Katze hatte viele nützliche Eigenschaften und erleichterte den Siedlern das eintönige
Leben während der langen Schiffsüberfahrt an Bord.


Sie ahnen sicher, das es durch Kolumbus1492 bei der Entdeckung Amerikas wahrscheinlich nicht die ersten Kontakte der Hauskatzen mit dem neuen Kontinent gab.

Kolumbus galt zwar als größter und wichtigster Endecker Amerikas, dennoch war er nicht der erste. Vor ihm gab es sicher etliche andere.

Darunter die Wikinger mit Leif Eriksson, der schon um etwa 1000 n. Chr. den neuen Kontinent endeckte. Nach heutigen Erkenntnissen war mit hoher Wahrscheinlichkeit Leif Eriksson der erste Europäer, der in Amerika an Land ging. Eriksson brach um das Jahr 1000 von Grönland aus auf, wo sein Vater Erik der Rote 986 die erste Siedlung gegründet hatte. Ob Leif Eriksson schon damals Katzen an Bord hatte, gilt als nicht belegbar. Auf der Suche nach neuem Land im Westen gelangte Leif Eriksson mit seiner Mannschaft nach Amerika. Die Wikinger nannten das von ihnen entdeckte Küstengebiet Vinland , wobei es sich wahrscheinlich um das heutige Neufundland handelte. Bei L'Anse aux Meadows wurden im 20. Jahrhundert archäologische Funde gemacht, die den Wikingern zugeordnet wurden. Die "Münze von Maine" kam wohl von dort über Handelswege der Ureinwohner zu ihrem Fundort.


Die Katze wird aber erstmals 1626 schriftlich erwähnt. Bei der Eroberung der neuen Welt war die Katze damals natürlich nur von recht geringer Bedeutung und so dauerte es sehr lange, bis sie sich in den ersten Publikationen und Niederschriften wieder fand. Die Bevölkerung bestand bis auf eine gebildete Obrigkeit, fast nur aus Analphabeten und die Verbreitung dieser schriftlichen Darstellungen und Beschreibungen über die Katze regte sicher nur das Interesse ganz weniger Naturgelehrter und fachkundiger gleichgesinnter Leser und Schreiber. Bislang war es nicht so sehr interessant für die schreibenden Gelehrten, diese Tiere zu erwähnen, gab es doch so viele andere neue Dinge zu entdecken. Nicht nur die Portugiesen und Spanier
waren dabei an ihrer Verbreitung beteiligt, es gab ab etwa 1620 die handelfahrenden Holländer die als erste europäische Siedler mit ihren mitgebrachten Tieren an der Ostküste
siedelten und dort im Gebiet von Manhatten und "Neu Amsterdam" seßhaft wurden.